Kommunikation ist nicht immer leicht und kann anstrengend sein. Sie kann aber genauso unterhaltsam sein. Die große Frage ist doch wie wir sie angehen, fragt Martin Missfeld im aktuellen Webmaster Friday:Wie kommunizierst du? Dies ist übrigens die Fortsetzung zum Webmaster Friday in der letzen Woche.

Wie kommuniziere ich nun? Das kommt drauf an mit wem ich rede. Small Talk findet ungebunden statt. Ich bleibe höflich, mache meine Bemerkungen und behandele mit meinem Gegenüber ein Thema recht oberflächlich. Das ist okay, wir lernen uns schließlich grade kennen oder sind in der Vorbereitungsphase unseres Gespräches.

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– Eine Studie hat übrigens gezeigt, dass die Frage nach Wohlergehen des Anderen dessen Gesprächsbereitschaft steigert. Drum beginne ich mein Gespräch immer mit einer Erkundigung wie es meinem Gegenüber geht. (Die meisten sagen „gut“, weil niemand seine Probleme zugibt oder drüber sprechen möchte. Dies senkt, aber die Wirkung dieser Frage nicht.)

Achte drauf mit wem du sprichst

Nun kommt es drauf an. Ist die Zielgruppe mein Kunde so spreche ich sehr Inhalts- und Informationsfokussiert. Meinen Kunden interessiert es schließlich nicht wie ich mich fühle, sondern was ich für ihn leisten kann. (Dafür bezahlt er mich schließlich!) Ich möchte auch nicht über mein Befinden reden. Hat mein Kunde mir das Du angeboten, so duzen wir uns. Standardmäßig herrscht sonst das Sie vor.

Im Gespräch mit meinem Kunden möchte ich keine Zeit mit Nebensächlichkeiten verschwenden und komme daher schnell auf den Punkt. Nennen wir das Fokussiert reden. Emails sind daher auf Informationen-reduziert und sollen meinem Kunden klar machen, was ich vorhabe und was ich geleistet habe. Sie sind quasi eine Zusammenfassung meiner Arbeit. Dies halte ich für clever und notwendig, da ich auf diese Weise meine Leistung kommuniziere und mein Kunde erfährt was er für sein Geld bekommt.

Sollte ich nun mit einem Bekannten, einem Freund, meinem Partner oder einem Familienmitglied reden, so pflege ich einen anderen Umgangston. Dies findet in Chats, Emails oder per Telefon statt. Manchmal beginnt es mit einem Schlagabtausch und schnell kommen wir zum Thema. Auch hier vergesse ich die Frage nach dem Wohlergehen nicht.

Da wir sind, was wir tun. Frage ich nach den Projekten meiner Freunde. Wie es gelaufen ist. Was es für Fortschritte gibt und wie die aktuelle Entwicklung aussieht, oder was sie neues gelernt haben. Hier kommen meist interessante Themen zu Tage, die wir dann besprechen bzw. diskutieren.

Vorbereitung ist alles

Eins gilt für alle meine Gespräche. Ich bereite mich vor! Nehmen wir an, ich treffe einen Freund der einen Blog betreibt, dann gehe ich vorher auf seinen Blog und schaue was er gemacht hat. Dreht er Videos, dann gehe ich zu Youtube und schaue mir die Videos. Kenne ich seine Interessen, so schaue ich was grade in seiner Branche bzw. Szene passiert. Vorbereitung ist alles.

Ist er nicht produktiv im Web aktiv, so nehme ich alltägliche Themen. Ich schaue auf Spiegel, Twitter oder der Zeit was grade los ist. Ein Blick in die Lokalpresse ist auch sinnvoll. Die Sexismus Debatte ist interessant. Was ist mit dem Pferdefleisch, dem Papst,… hier finden sich viele Themen.

Ich kann mich natürlich auch auf zeitlose Themen vorbereiten. Reist mein Gegenüber gern, so reden wir über Urlaubsziele. Liest er gern, so reden wir über Bücher. Usw.

Natürlich schmeichle ich ihm damit und das ist auch vollkommen ok. Er schmeichelt mir, wenn er mir Fragen über mein Gebiet stellt. Wir lernen durch Feedback und das geben wir uns Gegenseitig.