Unsere Medienwelt hat sich verändert. Es hat schon viele Revolutionen geben. Doch die Innovationen sind noch nicht vorbei. Ein Prinzip steht hinter den Entwicklungen. Die Frage lautet: Wie können bestehende Werte – z.B. die Arbeit von Journalisten – in die neue Welt übertragen werden? In welchem Rahmen können Journalisten arbeiten? Wie ist dies finanzierbar?

 

Die perfekte Online-Zeitung, perfekt auch ohne Papier.

Die Ausgangssituation:

Es gibt viele Online Medien. Google macht den Abruf und Vergleich von Informationen so einfach und so schnell wie möglich. Die Zuverlässigkeit der Informationen kann Google nicht prüfen. Wer mit einem Suchergebnis unzufrieden ist, öffnet einfach ein anderes. Google erhöht den Konkurrenzdruck. Wer es genau wissen möchte, surft zur Wikipedia. Wer Nachrichten braucht, ist bei Spiegel.de richtig. Suche ich spannende Nischenthemen so gehe ich zu den entsprechenden Blogs. Vice ist hier ein gutes Beispiel.

Als Leser wünsche ich mir spannende Beiträge und multimediale Inhalte. Es wird immer wieder behauptet, dass im Jahr 2020 Videos 90 % vom Internettraffic ausmachen. Das hat einen Grund! Sie sind anziehend, leicht zu verstehen und bedienen den Wunsch nach visuellen Inhalten. Der Mensch ist ein Augentier.

Prinzip Private to Public (PtP)

Das Internet hat die Medien liberalisiert. Jeder kann teilnehmen. Jeder kann Inhalte veröffentlichen wie er möchte. Hinter all diesen Entwicklungen wie Twitter, Facebook, Tumbler, Instagramm und den Blogs steckt das Prinzip Private to Public. Es besagt, dass ehemals private Informationen öffentlich werden. Diese privaten Gedanken wie zum Beispiel Tagebuchinhalte gelangen in das Internet – ganz bewusst und willentlich.

  • Blogs: Gut für die Veröffentlichung von Gedanken oder Tagebucheinträgen.
  • Instagramm: Bekannt durch die Essensbilder!
  • Twitter: Bekannt für Sprüche.
  • Facebook: Macht Beziehungen, Kommunikationen, Leben (teil)öffentlich

Die Herausforderung

Die Konkurrenz für ein neues Magazin ist stark. Es gibt Spiegel und andere Newsportale. Es gibt die Wikipedia. Wo ist die neue Idee?

Idee #1

Im Sinne des Private to Public und des aufsteigenden Videocontents könnten Redakteure in Videos ihre Gedanken zu ihrem Text, den sie grade veröffentlicht haben, kundtun. Sie könnten Hintergründe erklären und Ausführungen liefern.

Als Beispiel: Ein Redakteur schreibt einen Text. Er veröffentlicht ihn. Anschließend setzt er sich vor seine Webcam und kommentiert seinen eigenen Artikel, in dem er erklärt was er sich dabei gedacht hat.

Dies baut eine persönliche Beziehung auf und macht den Weg zum fertigen Artikel deutlich. Der Aufwand ist natürlich enorm, deswegen sollte eine Klassifizierung erfolgen, bei welchen Themen dies sinnvoll ist.

Der sogenannte USP(Unique Selling Proposition = Alleinstellungsmerkmal) wären quasi einzigartige Inhalte, die andere nicht haben. Dies könnten die Kommentarvideos der Journalisten sein.

Zwei Alleinstellungsmerkmale sind zentral:

  1. Einzigartige Inhalte, die andere nicht haben!
  2. Inhalte mit unglaublicher Tiefe, die andere nicht haben!

Idee #2

Das Verknappungsprinzip besagt, dass Menschen eher etwas kaufen, wenn sie wissen, dass es knapp ist. Wie wäre es, wenn Inhalte mit einem Timer versehen werden und ca. 24 Stunden öffentlich und kostenlos sind? Aus SEO-Sicht eine Katastrophe, aber für die Besucher sicherlich reizhaft. Doch das Problem ist die Konkurrenz. Es müsste sich um Inhalte handeln, die kein anderer hat!

Idee #3

Topic Pages könnten ein Alleinstellungsmerkmal sein. Eine Topic Page ist eine Seite mit einem Inhaltsverzeichnis auf der sich sehr viele Informationen zu einem Thema sammeln. Die Wikipedia macht dies sehr erfolgreich. Was wäre, wenn das neue Magazin Topic Pages hätte auf der selbst-aggregierte Daten, Artikel, Stimmungen und Meinungen, sowie Fakten abgebildet werden. Diese Seiten bedürfen natürlich stetiger Pflege. Doch der Aufwand lohnt sich!

Diese Topic Pages wären ein Alleinstellungsmerkmal, so könnten zum Beispiel alle Informationen zum Fall des Bischof Tebartz-van Elst oder zur Wahl 2013 dort veröffentlicht werden. Spiegel und Co sind damit raus. Die einzige Konkurrenz ist die Wikipedia, die jedoch doch Geschwindigkeit ausgestochen werden kann.

Die Herausforderung liegt in der Aufbereitung der Informationen. Journalisten sind es gewohnt, stets über ein Thema zu schreiben, den Beitrag einzureichen und sich dann dem nächsten Beitrag zu widmen. Hier müssten Journalisten zu Teilzeit-Archivaren werden, die Topic Pages stets pflegen.

Topic Pages eignen sich für viele Themen:

  • Tätigkeiten der Fußballmannschaft Bayern München
  • Entwicklungen in der Euro Krise
  • Tätigkeiten der Bundesregierung

Wie wäre es mit Buchbesprechungen Kapitel für Kapitel? Die Tiefe macht die Einzigartigkeit.

Finanzierung

Die Finanzierung ist natürlich ein Hauptknackpunkt. Journalisten sollen für ihre Arbeit gut bezahlt werden. Aus diesem Grund bieten sich verschiedene Einnahmequellen an:

  • Werbung
  • Kostenpflichtige Inhalte
  • Produkttests

Die Plattform sollte Anfangs kostenlos sein, um Besucher nicht abzuschrecken. Bei einzigartigen Inhalten ist Werbung gerechtfertigt. Kostenpflichtige Inhalte können eine Lösung sein – allerdings gilt dies als schwierig umsetzbar in Deutschland. Wie wäre es, wenn der Zugang 8 € pro Monat kostet?

Die Finanzierung bleibt ein schwieriger Punkt. Werbung ist eine Option, die vielleicht die beste sein könnte.

Fazit

Das Alleinstellungsmerkmal bleiben die Inhalte. Sie sollten einzigartig und tiefgehend sein. Journalisten sind es gewohnt, Informationen zu recherchieren und aufzubereiten, warum also nicht noch mehr in die Tiefe gehen?